Das OAK war von Anfang an ein Projekt, das sich nicht über Effekte definiert, sondern über Haltung. Die Architektur in Schönaich tritt souverän auf: klare Linien, großzügige Öffnungen, eine moderne, fast schwebende Leichtigkeit – und gleichzeitig ein tief verwurzelter Bezug zur Umgebung. Die Frage, die sich stellte, war deshalb nicht: „Wie gestalten wir es?“ Sondern: „Wie machen wir sichtbar, was bereits da ist?“
Der Name OAK trägt die Bedeutung des Ortes in sich. Die Eiche spielt in Schönaich eine historische Rolle, nicht als Symbol, sondern als Teil der Identität. Wer dieser Spur folgt, erkennt schnell, warum der Name nicht erfunden, sondern gefunden wurde. Er passt, weil er die innere Logik des Projekts spiegelt: Stabilität, Natürlichkeit, Beständigkeit – und zugleich Modernität. Genau diese Spannung haben wir in die visuelle Sprache übertragen.
Die Architektur selbst gab die Richtung vor. Klare Konturen, ruhige Flächen, eine geerdete Formsprache. Wir haben diese Klarheit in die Gestaltung übersetzt, ohne sie zu interpretieren. Die zwei Hauptfarben des Gebäudes – Mint und Weiß – wurden zur Grundlage des Designs. Mint als Anspielung auf die grünen Außenräume, die Schönaich prägen, Weiß als Ausdruck der architektonischen Reinheit. Beide Gebäude tragen diesen Dialog in sich, sowohl im Namen als auch in der Gestaltung ihrer visuellen Identität.
Holzelemente spielen im Projekt eine besondere Rolle. Nicht laut, nicht dekorativ, sondern subtil, fast selbstverständlich. Diese Wärme und Materialität haben wir in den visuellen Konzepten aufgenommen: leichte Holztexturen, feine Strukturen, fließende Übergänge. Die Architektur lebt von dieser Balance zwischen Moderne und Natur. Unsere Aufgabe war es, diesen Gedanken sichtbar zu machen. Kein Ornament, sondern Übersetzung.
Der Prospekt, die Bildwelt und die gesamte Gestaltung sind in dieser Haltung entstanden: Ruhe statt Überladung, Struktur statt Inszenierung, Natur statt Effekt. Das OAK wirkt durch das, was es ist – ein modernes, spielerisches, jedoch gestandenes Bauwerk, das wie ein Smaragd im Grün liegt. Das Smaragd-Bild ist nicht stilistisch gemeint, sondern atmosphärisch: ein Objekt, das glänzt, weil es von seiner Umgebung erzählt, nicht weil es sie übertönt.
Es ging nicht darum, eine Geschichte um das Projekt zu legen. Es ging darum, die Geschichte freizulegen, die bereits in der Architektur steckt. Wer das OAK betritt oder betrachtet, merkt, dass das Projekt ohne Übertreibung auskommt. Die Designsprache folgt derselben Logik. Sie wirkt, weil sie ehrlich ist. Weil sie zeigt, was dort entsteht. Und weil sie der Architektur zugesteht, selbst zu sprechen.
Am Ende bleibt ein Projekt, dessen Identität aus seiner Substanz kommt. Nicht aus einem Konzept, nicht aus einer Inszenierung.
Sondern aus der Klarheit eines Ortes und der modernen Leichtigkeit eines Gebäudes, das genau weiß, was es sein will. Das OAK zeigt, wie kraftvoll Architektur wirkt, wenn man ihr Raum gibt – und wie viel Tiefe entsteht, wenn Gestaltung nicht drüberlegt, sondern freilegt.
Mission gelungen: Das OAK war in wenigen Wochen zu mehr als 90 Prozent vom Plan verkauft.